Entwicklung und
Zusammenarbeit

Deutschland

Zahlen und Fakten zur deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland überholte 2025 die USA als das Land mit dem größten Budget für Entwicklungszusammenarbeit (EZ), obwohl die deutschen Mittel zuletzt schrumpften. Die Deutschen stehen der EZ mehrheitlich positiv gegenüber, überschätzen aber, wie viel Steuergeld für Entwicklungshilfe aufgewendet wird. Zahlen und Fakten zur deutschen EZ, Stand Sommer 2026.
Die KfW Entwicklungsbank finanziert deutsche Entwicklungsprojekte im Ausland mit Krediten und Zuschüssen. picture alliance / Joko / Joko
Die KfW Entwicklungsbank finanziert deutsche Entwicklungsprojekte im Ausland mit Krediten und Zuschüssen.

Deutschland war unter den Ländern des Development Assistance Committee (DAC) im Jahr 2025 der größte Geber von Entwicklungsgeldern. Laut vorläufigen OECD-Zahlen stellte Deutschland 29,1 Milliarden Dollar bereit, gefolgt von den USA (29,0), dem Vereinigten Königreich (17,2), Japan (16,2) und Frankreich (14,5). 

Mehrere Jahre lang hatte Deutschland in der Rangliste hinter den USA auf Platz 2 gelegen. Dann kürzte die Trump-Regierung die Gelder für die wichtigste amerikanische Entwicklungsbehörde USAID massiv, und Deutschland kletterte auf den ersten Platz, obwohl auch hierzulande das Budget reduziert wurde. Die Rangliste beruht auf staatlichen Ausgaben, die unter die Definition „öffentliche Entwicklungsleistungen“ (Official Development Assistance – ODA) fallen. 

Der Haushalt des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) machte 2025 weniger als die Hälfte (10,3 Milliarden Euro) der deutschen ODA-Mittel aus. Welche Ausgaben unter die ODA-Definition fallen und welche Stellen außer dem BMZ in Deutschland noch ODA-Ausgaben tätigen, darüber informiert das BMZ auf seiner WebsiteIm Haushaltsjahr 2026 stehen dem BMZ etwa 10 Milliarden Euro zur Verfügung, das sind 1,9 % des gesamten Bundeshaushalts. Der größte Posten im BMZ-Haushalt ist die bilaterale staatliche Zusammenarbeit.

Deutschland verfehlt ODA-Quote erneut

Deutschland hat 2025 nach vorläufigen Berechnungen 0,56 % seines Bruttonationaleinkommens für ODA ausgegeben. Die sogenannte ODA-Quote liegt damit unter dem Ziel von 0,7 %, das sich Deutschland gemeinsam mit anderen westlichen Industrieländern gesetzt hat. Die deutsche ODA-Quote ist zuletzt drei Jahre in Folge gesunken. 

Line chart: Germany’s ODA as % of GNI rises from 0.61% (2019) to 0.85% (2022) then drops to 0.56% (2025); target 0.7%.
dandc.eu
Entwicklung der deutschen ODA-Quote in den vergangenen Jahren.

Mehrheit der Deutschen befürwortet Entwicklungszusammenarbeit

Über die Finanzierung von Entwicklungspolitik wird in Deutschland seit Langem kontrovers diskutiert. Das Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval) untersucht regelmäßig die Einstellung der Deutschen zur EZ und ihr Wissen zu EZ-Themen. Die Ergebnisse veröffentlicht das Institut circa alle zwei Jahre im DEval-Meinungsmonitor, zuletzt im Juli 2026. 

Laut dem Meinungsmonitor unterstützen 68 % der Deutschen die Entwicklungspolitik ihres Landes grundsätzlich, für humanitäre Hilfe liegt die Unterstützung bei 76 %. Eine Umfrage im November 2025 ergab, dass 52 % der Befragten die aktuellen EZ-Ausgaben befürworten oder sie sogar erhöhen möchten. In den Jahren 2019 bis 2022 lag dieser Wert deutlich höher, bei etwa zwei Dritteln. Gegenüber dem Tiefpunkt im Januar 2024 (47 %) stieg die Zustimmung zu den deutschen EZ-Ausgaben zuletzt an.

Protest gegen Mittelkürzungen in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit vor dem Bundeskanzleramt im Juli 2026.

Entwicklungspolitik und Öffentlichkeit

Zustimmung der Deutschen zu EZ-Ausgaben nimmt wieder zu

Der DEval-Meinungsmonitor 2026 zeigt außerdem:

  • Die Deutschen schätzen den Anteil der EZ-Ausgaben am deutschen Bruttonationaleinkommen systematisch zu hoch ein. Statt der vermuteten rund 10 % lag er 2025 bei 0,56 %. 
  • Die Deutschen wissen über Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit nicht gut Bescheid. So glauben 60 % der Befragten, die weltweite Armut habe seit 1990 zugenommen. Tatsächlich wurde die extreme Armut seither aber deutlich reduziert, von 44 % auf 10 % der Weltbevölkerung. Auch Fortschritte bei der Bildung von Mädchen, der weltweiten Impfquote oder der Bekämpfung der Kindersterblichkeit unterschätzen die Deutschen.

Wichtige Akteure staatlicher Entwicklungszusammenarbeit

Das BMZ unter der Leitung von Reem Alabali Radovan (SPD) mit Dienstsitzen in Bonn und Berlin gibt in seinem Transparenzportal Auskunft darüber, wohin deutsche staatliche EZ-Mittel fließen. Entwicklungspolitische Projekte werden von staatlicher Seite von den sogenannten Durchführungsorganisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit umgesetzt. Dazu gehören: 

Keine Durchführungsorganisation, aber ebenfalls eine wichtige Institution staatlicher Entwicklungszusammenarbeit, ist das German Institute of Development and Sustainability (IDOS), eine wissenschaftliche Einrichtung, zu deren Aufgaben Forschung, Politikberatung sowie Wissenskooperationen und Ausbildung gehören.

Die Aufgabe des bereits genannten DEval – Deutsches Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit ist es, die deutsche EZ organisatorisch eigenständig und wissenschaftlich unabhängig zu evaluieren.

Neben diesen und weiteren staatlichen Entwicklungsakteuren spielen für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen eine wichtige Rolle, darunter auch mehrere kirchliche Organisationen. Etwa 150 von ihnen haben sich zusammengeschlossen zum Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e. V. (VENRO). 

Das E+Z-Redaktionsteam
euz.editor@dandc.eu

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