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Peru

Virú aus Peru: Globaler Erfolg dank Innovation und Diversifizierung

Some small start-ups eventually become international businesses that provide jobs and employment opportunities in their countries. Yoselyn Malamud Kessler, CEO of the food group Virú, explains how the company became a major employer and why social and ecological responsibility remain at the heart of its business model.
Yoselyn Malamud Kessler ist Geschäftsführerin des peruanischen Lebensmittelkonzerns Virú. Virú Group
Yoselyn Malamud Kessler ist Geschäftsführerin des peruanischen Lebensmittelkonzerns Virú.

Yoselyn Malamud Kessler im Interview mit E+Z

Sie sind Wirtschaftsingenieurin und Geschäftsführerin von Virú, einem weltweit tätigen Unternehmen der Lebensmittelbranche. Seit wann arbeiten Sie dort, und womit befasst sich der Konzern? 

Ich bin 2004 zu Virú S.A. gekommen und wurde 2013 Geschäftsführerin der Virú-Gruppe. Virú ist ein internationaler Lebensmittelkonzern, der hochwertiges Obst und Gemüse anbietet und weltweit führend in der Produktinnovation und -entwicklung ist. Wir haben drei Geschäftsbereiche: frisches, tiefgekühltes und haltbares Obst und Gemüse sowie verarbeitete Produkte wie Soßen oder Fertiggerichte.

Virú wurde 1994 gegründet. Wie kam es dazu? 

Das Unternehmen wurde mit der Vision gegründet, das landwirtschaftliche Potenzial Perus zu nutzen, um hochwertige Produkte mit hoher Wertschöpfung für internationale Märkte herzustellen. Die Idee war ein vollständig integriertes Agrarunternehmen, das in der Lage ist, hochwertiges Obst und Gemüse anzubauen, zu verarbeiten und zu exportieren und zugleich für Arbeitsplätze und Entwicklung in der Region zu sorgen. Anfangs bewirtschaftete das Unternehmen 150 Hektar mit weißem Spargel. Heute haben wir mehr als 14.000 Hektar Anbaufläche und 19.000 Mitarbeitende. Unseren Anbau haben wir diversifiziert: Zu den wichtigsten Kulturen zählen Artischocken, Avocados, Paprika, Palmherzen, Heidelbeeren und Açai. 

Welchen innovativen Ansatz haben Sie in der Branche eingeführt?

Virú integriert die gesamte Wertschöpfungskette. Unsere Felder liegen direkt neben unseren Verarbeitungsbetrieben. Das gewährleistet vollständige Rückverfolgbarkeit, gleichbleibende Qualität und Lebensmittelsicherheit. Wir kontrollieren den gesamten Prozess, vom Anbau bis zum internationalen Vertrieb.

Was waren die größten Herausforderungen in den Anfangsjahren?

1997 und 1998 hatte das El-Niño-Phänomen schwerwiegende Folgen für die Region. Das Unternehmen wurde hart getroffen – es hatte zu der Zeit nur begrenzte Anbauflächen, konzentrierte sich auf eine einzige Kulturpflanze und war im Wesentlichen von einem einzigen Exportmarkt abhängig: Spanien. Diese Erfahrung war eine der wichtigsten Lektionen in der Unternehmensgeschichte und trug zur Entwicklung einer maßgeblichen Strategie bei: Diversifizierung über verschiedene Kulturen, geografische Regionen, internationale Märkte und Produktformate hinweg. Diese Strategie half, Risiken zu mindern, die Widerstandsfähigkeit zu stärken und ein nachhaltiges, langfristiges Wachstum zu fördern. Heute ist Virú der größte Produzent von Konserven und Tiefkühlprodukten in Peru, und unsere Produkte wurden bereits auf mehreren internationalen Messen ausgezeichnet. 

Was hat in dieser Zeit am meisten geholfen?

Am hilfreichsten war eine langfristige Vision. Ebenso wichtig waren das Engagement der Belegschaft sowie strategische Investitionen in Technologie und Automatisierung.

Sie haben erwähnt, dass Virú sich für Arbeitsplätze und regionale Entwicklung einsetzt. Die DEG (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft) hat Virú langfristige Kredite gewährt, um nachhaltige und ressourcenschonende landwirtschaftliche Methoden zu fördern. Inwiefern trägt Virú zu positiven Veränderungen bei?

Unser Unternehmen hat das Ziel, einen positiven Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Wir wurden von Organisationen wie der Internationalen Arbeitsorganisation für unseren menschenzentrierten Führungsansatz, unsere verantwortungsvollen Arbeitspraktiken und unser Engagement für soziale Verantwortung ausgezeichnet. Im Rahmen unserer Gemeinschaftsprogramme organisieren wir medizinische Kampagnen sowie Bildungs- und Freizeitprogramme für Kinder während der Schulferien. Wir unterstützen auch lokale Schulen und betreiben acht Mütterclubs.

Auch Nachhaltigkeit ist ein sehr wichtiger Pfeiler. Derzeit führen wir mehrere Projekte im Bereich der Kreislaufwirtschaft durch: Wir nutzen organische Abfälle als Rohstoff für die Kompostierung und recyceln 100 % unserer festen Abfälle. Zudem stellen wir Avocadoöl aus aussortierten Avocados her und Spargelmehl aus dem wichtigsten Nebenprodukt der Spargelproduktion.

Außerdem nutzen wir Wasser mehrfach und erzeugen erneuerbare Energie. Unsere Kläranlage führt biologische Reinigungsverfahren durch, und wir nutzen das Wasser dann wieder, um unsere Felder zu bewässern. Mit unserer Photovoltaikanlage erzeugen wir saubere, emissionsfreie Energie.

Wo steht das Unternehmen heute?

Heute gilt Virú als eines der führenden agroindustriellen Unternehmen Perus und als Pionier bei der Entwicklung des agroindustriellen Sektors des Landes. Wir verfügen über zehn Verarbeitungsbetriebe und exportieren in mehr als 50 Länder, mit Niederlassungen in Spanien, Italien und Frankreich. 2023 haben wir Superior Foods International übernommen und so den US-Markt erschlossen.

Yoselyn Malamud Kessler ist Geschäftsführerin der Virú Group, Peru. 
virugroup.com 

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