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FIFA erkennt afghanisches Frauenteam an

Neben sportlichen Perspektiven bietet die Entscheidung für die Mannschaft auch Gelegenheit, auf die Unterdrückung von Frauen in Afghanistan aufmerksam zu machen.
Spielerinnen des afghanischen Frauenteams bejubeln im Oktober 2025 ein Tor. Damals fungierte das Team noch unter dem Namen „Afghan Women United“. picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Mosa’ab Elshamy
Spielerinnen des afghanischen Frauenteams bejubeln im Oktober 2025 ein Tor. Damals fungierte das Team noch unter dem Namen „Afghan Women United“.

ls aufrichtigster Verteidiger von Menschenrechten hat sich der Weltfußballverband FIFA in der jüngeren Vergangenheit eher nicht präsentiert. Mit der Entscheidung, eine Mannschaft aus geflüchteten Afghaninnen als offizielles Nationalteam ihres Landes anzuerkennen, hat der Verband im April dennoch einen Präzedenzfall geschaffen: Zum ersten Mal hat er damit eine Nationalmannschaft ohne die Zustimmung des zuständigen Mitgliedsverbands anerkannt. 

„Ein harter Schlag ins Gesicht der Taliban“, nennt Nationaltorhüterin Elaha Safdari die Entscheidung in einem Interview mit der Deutschen Welle. Im Rahmen der FIFA United Women’s Series hatte ihre Mannschaft 2025 bereits an einem kleineren Turnier in Marokko teilgenommen – als nicht vollwertig anerkannte Nationalmannschaft, damals allerdings noch unter dem Namen „Afghan Women United“. Nun hingegen ist es der Mannschaft möglich, sich für größere Turniere wie Weltmeisterschaften, Asien-Cups oder die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu qualifizieren. 

Rein sportlich ist die Entscheidung daher bereits ein bedeutender Schritt. Zugleich weisen die Spielerinnen darauf hin, dass Frauen in Afghanistan weiterhin massiven Einschränkungen und Repressionen ausgesetzt sind. Die Präsenz der Mannschaft kann damit auch eine Plattform bieten, um kontinuierlich auf die Lage im Land aufmerksam zu machen. Bei allen Überlegungen zu pragmatischen diplomatischen Kontakten und Annäherungen, die viele Staaten derzeit gegenüber dem Regime verfolgen, darf ein solcher Zustand der Unterdrückung niemals normalisiert werden.

Isah Shafiq studiert Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt und ist Werkstudent bei E+Z. 
euz.editor@dandc.eu  

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