Agenda 2030 in Zahlen
Fortschritte und Rückschläge bei globalen Entwicklungszielen
Die 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung haben 169 Unterziele. Für den aktuellen SDG-Report 2025 konnten 139 Unterziele bewertet werden.
18 % der bewerteten Unterziele sind erreicht oder auf einem guten Weg, 48 % zeigen moderaten oder marginalen Fortschritt, 17 % stagnieren, und 18 % zeigen Rückschritte. (Summe aufgrund von Rundung größer als 100 %.)
Zu den Zielen, bei denen relativ viele Unterziele auf einem guten Weg sind, zählen etwa SDG7 „Bezahlbare und saubere Energie“ und SDG11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“. Deutliche Rückschritte verzeichnen dagegen SDG2 „Kein Hunger“, SDG14 „Leben unter Wasser“ und SDG8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“. Hier berichten wir die Entwicklungen für einige ausgewählte Indikatoren.
SDG1
„Keine Armut“: Einer von zehn Menschen lebt in extremer Armut, gemessen an der internationalen Armutsgrenze von 3,00 Dollar pro Tag. Anfang der 1990er-Jahre waren es noch vier von zehn. Das Ziel, extreme Armut bis 2030 zu beseitigen, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreicht.
SDG2
„Kein Hunger“: 8,2 % der Weltbevölkerung litten 2024 an Unterernährung, immerhin ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr (8,5 %). Während der Covid-19-Pandemie stieg der Anteil von 7,5 % auf 8,8 %.
SDG3
„Gesundheit und Wohlergehen“: Von 228 auf 197 Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten sank die Müttersterblichkeit zwischen 2015 und 2023. Das Ziel von höchstens 70 Todesfällen pro 100.000 Geburten bis 2030 bleibt damit in weiter Ferne.
SDG4
„Hochwertige Bildung“: 2024 betrug die Alphabetisierungsrate unter Jugendlichen weltweit 93 % – eine Steigerung um zwei Prozentpunkte im Vergleich zu 2014. Sie ist vor allem auf Erfolge in Subsahara-Afrika, Zentralasien und Südasien zurückzuführen.
SDG5
„Geschlechtergleichheit“: 27,2 % der Sitze in nationalen Parlamenten waren Anfang 2025 von Frauen besetzt – ein Anstieg um 4,9 Prozentpunkte im Vergleich zu 2015. Der Fortschritt hat sich zuletzt abgeschwächt.
SDG12
„Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion“: 23,3 % betrug der Anstieg des weltweiten Materialverbrauchs zwischen 2015 und 2022.
SDG15
„Leben an Land“: 10 Millionen Hektar Wald wurden von 2015 bis 2020 im Durchschnitt pro Jahr gerodet – 2 Millionen weniger als im Zeitraum von 2010 bis 2015. Geht es so weiter, würde es weitere 25 Jahre dauern, bis das Ziel, die Entwaldung zu stoppen, erreicht wäre.
SDG16
„Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“: Alle zwölf Minuten starb 2024 im Schnitt ein Mensch infolge bewaffneter Konflikte. Im Vergleich zum vorherigen Zweijahreszeitraum stieg 2023/24 die Zahl der in bewaffneten Konflikten getöteten Kinder um 337 %, die der Frauen um 258 % – maßgeblich wegen des Gaza-Kriegs.
Link
The Sustainable Development Goals Report 2025
Isah Shafiq studiert Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt und ist Werkstudent bei E+Z.
euz.editor@dandc.eu