Entwicklung und
Zusammenarbeit

Internationale Finanzinstitution

Gefährliche Änderungen

Im April 2018 einigten sich die Mitgliedsregierungen der Weltbank darauf, ihr mehr Geld zu geben. Das Grundkapital steigt damit um mehr als 60 Milliarden Dollar. Das ist eine gewaltige Erhöhung von beinahe 40 Prozent, wenn man die jährlichen Zusagen der Weltbankgruppe von fast 62 Milliarden Dollar im Jahr 2017 betrachtet.
Weltbankpräsident Jim Yong Kim. Gebert/picture-alliance/dpa
Weltbankpräsident Jim Yong Kim.

Davon profitieren zwei Zweige der Weltbank: die IBRD (Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung) und die IFC (International Finance Corporation). Die IBRD vergibt Kredite an Länder mit mittlerem Einkommen, die IFC fördert privatwirtschaftliche Investitionen. Mehr Kapital heißt, die Bank kann auf internationalen Märkten mehr Mittel beschaffen. Wie alle Banken leiht sie sich Geld, um Kredite vergeben zu können.

Im selben Monat hat die Weltbanktochter IDA (International Development Association) ihre erste Anleihe ausgegeben. Die IDA vergibt Darlehen und Zuschüsse an die ärmsten Länder. Bisher waren IDA-Kredite konzessionär, was bedeutet, dass sie nicht oder nur niedrig bezinst waren. Die neue Scale-up-Einrichtung der IDA wird den ärmsten Ländern jedoch künftig wie die IBRD marktbasierte Zinssätze anbieten, denn private Anleger erwarten Renditen. Ob die betroffenen Länder solche Zinsen für Infrastruktur zahlen können, ist fraglich.

Laut Weltbankpräsident Jim Yong Kim werden die neuen IDA-Fonds „ ... den Entwicklungsverlauf der ärmsten Länder verändern“. Es ist zu befürchten, dass künftig nur noch Infrastruktur aufgebaut wird, die den Interessen der Unternehmen dient, ohne Rücksicht auf die schwächsten und ärmsten Gemeinschaften. Denn Kredite bedienen können die, die ganz am Rande der Gesellschaft stehen, nicht. (kh)

 

 

 

 

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