Entwicklung und
Zusammenarbeit

Finanz- und Wirtschaftskrise

Kritik an den G20

Dominique Strauss-Kahn vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und Robert Zoellick von der Weltbank fordern die Gruppe der 20 größten Volkswirtschaften dazu auf, der globalen Wirtschaftskrise entgegenzusteuern. Ihrer Meinung nach ist zu wenig getan worden, um die Finanzbranche zu stabilisieren und die Konjunktur zu beleben.


[ Hans Dembowski ]

Dominique Strauss-Kahn, der Spitzenmanager des IWF, hat gesagt, den G20 sei es nicht gelungen, Maßnahmen zur Stärkung der Konjunktur und zur Erneuerung erschütterter Banken zu koordinieren. Trotz der Versprechen beim G20-Gipfel in Washington im November sei „sehr wenig getan“ worden. „Und die Zeit wird knapp.“

Weltbankpräsident Robert Zoellick beanstandete derweil, einige G20-Mitglieder agierten protektionistisch, obwohl sie versprochen hatten, den Freihandel zu schützen. Die Fehltritte seien zwar relativ klein, doch er werde wachsam bleiben.

Der Londoner Financial Times sagte Zoellick zudem, die Rettungspakete für die Finanzwirtschaft und die Konjunkturprogramme in reichen Nationen seien nachvollziehbar, lenkten aber dennoch Kapital von aufstrebenden Entwicklungsländern fort. Laut einer Schätzung des Institute of International Finance, einer Dachorganisation der Finanzwirtschaft weltweit, dürften private Kapitalzuflüsse in die Entwick­lungsländer in diesem Jahr auf rund 165 Milliarden Dollar sinken – auf grob ein Drittel des Vorjahresvolumens.

Mit Blick auf die umstrittene chinesische Wechselkurspolitik sagte Strauss-Kahn, wichtig seien nicht Schuldzuweisungen. Vielmehr gehe es darum, die Verantwortlichen in Peking davon zu überzeugen, dass sie handeln müssen. Der IWF hat mehrfach erklärt, der Renminbi sei unterbewertet. Tim Geithner, der neue Finanzminister der USA, hatte in China Ärger ausgelöst, weil er dem US-Senat gegenüber erklärte, der Kurs der Währung der Volksrepublik sei „manipuliert“ (siehe auch Interview auf Seite 84). (dem)

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